Die Vereinsgeschichte der TSA im RHTC

Über ein Jahrhundert hat der RHTC Rheine – der Ruder-, Hockey- und Tanzsportclub – hinter sich gebracht. Was als kleiner Hobby-Ruder-Verein begann, sollte sich über die Jahrzehnte hinweg zu einem der größten Sportclubs in der Emsstadt entwickeln: Drei Sportarten, knapp 800 Mitglieder und die zentralste Sportanlage der Stadt. 1901 wurde der RVR gegründet, der Ruderverein Rheine. 1927 zog der mittlerweile in Norddeutschland recht erfolgreiche Club, seit 1921 um eine Hockeyabteilung erweitert, dann in sein bereits drittes Clubheim; das Bootshaus am Timmermanufer, in dem der Verein auch heute noch zuhause ist. Von Tanzschuhen war weit und breit noch nichts zu sehen; dass der große Saal des Vereins mit seinem edlen Parkett 44 Jahre später den Tanzsport der Stadt tragen würde, hatte zu diesem Zeitpunkt noch niemand auf der Rechnung.

Nach dem zweiten Weltkrieg gründete man – anstelle der von der NSDAP gegründeten Zwangsehe „Sportgemeinschaft 1937“ – den Ruder- und Hockeyclub RHC. Die Tänzer, der damalige „Ring Rheine“, schlossen sich der scheinbar ungleichen Gemeinschaft 1971 an. Schon damals am Steuer: „Kapitän“ Werner Jobmann, in kürzester Zeit bekannt als „Chef“ der Tanzsportler. Jobmann trug damit eine Doppellast auf seinen Schultern: Einerseits die Belange der familieneigenen und traditionsreichen Tanzschule Jobmann, andererseits die Interessen der noch jungen Tanzsporttruppe. Jobmann aber meisterte diesen Spagat mit einer in Deutschland bis heute seltenen Form: Er schloss Tanzschule und Verein zu einer Kooperationsgemeinschaft zusammen. Fortan übernahm die Tanzschule in ihren Kursen die „Grundausbildung“ und brachte die Schüler auf den Weg Richtung Gesellschaftstanz. Nach Abschluss der Kurse wechselten die Schüler dann in den Ring Rheine, um sich dort zunächst vor allem dem Breitensport zu widmen. Zwar feierte die Tänzer-Gemeinschaft schon bald Erfolge: Hans-Jürgen und Rosi Bargel gewannen zweimal das „Blaue Band der Spree“ in Berlin, und Christina Jobmann und ihr Partner Jürgen Kapahnke schafften es bis zu den Professionals Latein. Der Breitensportgedanke, die Freude am Hobby Tanzen blieb aber lange Jahre im Vordergrund, im Grunde sogar bis Ende der 90er Jahre.

Anfang des neuen Jahrtausends dann startete ein beachtlicher Aufschwung für den Turniertanzsport. Die Jugend- und Turnierabteilung unter ihrem Jugendwart René Dall und mit Unterstützung des Abteilungsvorstands Werner Jobmann stellte sich völlig anders auf: Mit der Einführung eines Trainingslagers und der Verpflichtung von Standard-Profi Mark Schulze Altmann für das Turniertraining – damals noch mit gut einem Dutzend Paaren – schoss der Turniersport plötzlich auch in der Breite nach oben. In wenigen Jahren verdreifachte sich die Zahl der Turnierpaare; plötzlich strebten ganze Gruppen auf das Turnierparkett.

Diese Entwicklung hat diesen ungewöhnlichen Verein zu einer verschworenen Gemeinschaft und einem sehr erfolgreichen Club in NRW gemacht. Der RHTC Rheine stellt heute die größte Gruppe an Hauptgruppenpaaren in ganz NRW und vertritt die Emsstadt erfolgreich in ganz Deutschland. Das zeigen zahlreiche Halbfinal- und Finalteilnahmen beim „Blauen Band“ oder bei „Hessen tanzt“ in Frankfurt. Erst 2008 gewannen Christian Brinkmann und Gillian Kespohl – nach mehr als 20 Jahren – erneut einen Titel beim Blauen Band in der D-Standard. Weitere Landesmeistertitel und erste Plätze bei großen Turnieren blieben nicht aus.

Dall, zwischenzeitiger Vorsitzender und Nachfolger des 2008 abgetretenen Urgesteins Werner Jobmann, will diese Entwicklung möglichst lange fortsetzen: „Wir werden weiter so kreativ arbeiten wie in den letzten Jahren“, unterstrich Dall zuletzt im Vorstandskreis. „Wir sind bis hier gekommen, weil wir Ideen hatten und uns nicht einfach nur verwaltet haben – das wird auch so bleiben.“

2009 konnte der RHTC Rheine weitere großartige Erfolge für sich verbuchen. Zum einen wurden sie mit der Ausrichtung der Landesmeisterschaft der Hauptgruppen B und A im Jahr 2010 beauftragt, zum anderen stellt der RHTC zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Hauptgruppen Landesmeister. Christian Brinkmann / Gillian Kespohl schafften diesen Meilenstein mit dem Sieg der Landesmeisterschaft HGR B Standard. Nur zwei Jahre später wurde das Großprojekt in Rheine wiederholt und mit gleichem Erfolg abgeschlossen.

Das Rollstuhltanzen wurde ebenfalls einen großen Schritt nach vorne gebracht, mit dem Bau eines Aufzugs an das Bootshaus wurde es den Mitgliedern ermöglicht ohne weiteren Aufwand am Training und an Veranstaltungen im Bootshaus teilzunehmen. Unser Dank geht da an die Spender und die Stadt Rheine die uns sehr geholfen haben mit diesem Projekt.

Ein Grundstein für die starke Gemeinschaft der Abteilung und den damit verbundenen Erfolg bildet vor allem eine Nachwuchsförderung, die auch auf Landesebene auf Aufmerksamkeit stoß. Drei Jahre in Folge wurde der RHTC nun mit dem Breitensportförderpreis des TNWs ausgezeichnet. Für eine gute Förderung von neuen Mitgliedern und einer Integration, die gelebt wird.

Im Jahr 2010 konnte sich die TSA einen großen Wunsch erfüllen. Nachdem seit Jahren eine geeignete Örtlichkeit für eine Trainingshalle gesucht wurde, konnte am 02.12.2010 das erste Training in einer komplett umgebauten Industriehalle an der Walshagenstraße stattfinden. Früher diente diese Halle der Textilindustrie und der Firma Kümpers. Nach mehreren 1000 Arbeitsstunden der Mitglieder erstrahlt sie nun im neuen Glanz und dient besonders den Breiten- und Turniersportlern der TSA als Trainingsstätte.

Parallel zu dem in der Tanzsportabteilung traditionell großen Anteil der Standard-Paare konnte der Verein im Frühjahr 2013 mit Christian Duffke einen neuen Trainer für den Latein-Bereich gewinnen. Mit seiner Hilfe haben die Rheiner Latein-Paare schon einige beachtliche Erfolge und Aufstiege feiern können und die TSA stellt erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Paar in der zweithöchsten deutschen Klasse.

Einen Umbruch erlebte die Tanzsportabteilung dann im Sommer 2015. Nach über vier Jahrzehnten zog eine neue Tanzschule in den altehrwürdigen Tanzsaal des Bootshauses ein. Der Standard-Trainer der Abteilung, Mark Schulze-Altmann, gründete gemeinsam mit Carsten Külich und Barbara Koch-Klein die "Tanzschule im Bootshaus". Mit der neuen Tanzschule konnte auch der Welt- und Europameister im Rollstuhltanzen, Erik Machens, für die Rollstuhltanzsportgruppe gewonnen werden. Gemeinsam mit Lisa Hesel trainiert er die Paare, die jeweils aus einem Rollstuhlfahrer und einem Fußgänger bestehen.

Nach dem Weggang von Mark Schulze-Altmann im Sommer 2018 bot sich eine gute Chance den Turniersport mit den hochrangigen Trainern Heiko Kleibrink und Niklas Neureuther in die Erfolgsspur zu bringen. Erste Turniersiege im Standardbereich sind zu verzeichnen. 

Nach der leider nur sehr kurzen Zusammenarbeit mit Ballroom - das Tanzhaus im Münsterland, hat der Verein ab dem Sommer 2019 die Koordination des gesamten Tanzangebots selbst übernommen. Dadurch wird die Tanzsportabteilung des RHTC in Zukunft eine hohe Qualität in den Tanzkursen, Tanzkreisen und im Turniertanzsport ohne Abhängigkeit zu einem Unternehmen sicherstellen.

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Auch dieses Jahr haben wir wieder den internationalen West Coast Swing Flahmob in der Rheinenser Innenstadt aufgeführt. Du möchtest wissen, wie auch Du im nächsten Jahr dabei sein kannst? Dann schreib uns einfach unter vorstand@rhtc-tanzen.de.

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Du möchtest Deine Feier in einer außergewöhnlichen Location feiern; ob Hochzeit oder Geburtstag, der Ballsaal des Bootshauses und die Sonnenterasse mit Blick auf die Ems sind buchbar. Für Anfragen melde dich einfach unter vorstand@rhtc-rheine.de.

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